Deutsches Geschäftsmodell 4.0: Reif für’s Heimatmuseum?

Die Exportnation Deutschland steht sich mit ihrem traditionellen Geschäftsmodell bei der Modernisierung und Digitalisierung selbst im Wege

Ein Kommentar von Guillermo-Wilhelm Mertes

Die Warnungen verhallen noch in späten Talkformaten und den Kommentarspalten der Wirtschaftsressorts der Leitmedien. Diese Botschaft klingt paradox und niemand will sie hören oder glauben: Deutschlands Hauptstärke – der Überschuss an Leistung – wirkt sich mehr und mehr zum Negativfaktor aus. Und darüber hinaus, so fürchten Experten, ist dieses gegenwärtig erfolgreiche Geschäftsmodell der Exportnation Deutschland der Hemmschuh für Modernisierung und Digitalisierung.

Zwischen Handelsüberschuss und Investitionslücken

Allein in den Jahren 1986 bis 2008 war Deutschland zehnmal “Exportweltmeister”.
Aber wie im Sport sollte man sich auf solchen Titel nicht ausruhen. Seit 2009 liegt China vor Deutschland und seit 2010 exportieren auch die USA wieder mehr Waren als Deutschland. „Made in Germany“ also nur noch an dritter Stelle. Wenigstens bleibt also der Titel „Überschuss-Weltmeister“. Deutschland produziert zugleich den höchsten Handelsbilanzüberschuss im knappen Wettlauf mit China. Im vergangenen Jahr verzeichnet Deutschland ein Plus von 287 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie Exportmeister China.

Traditionell steht ein Exportüberschuss für die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Industrie eines Landes. Fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab. Auch die deutsche Öffentlichkeit ist zu 70 Prozent davon überzeugt und sieht keinen Anlass zu politischen Weichenstellungen in Richtung Zukunft. Der IWF prognostiziert hingegen, dass Deutschland von einem Leistungsbilanzüberschuss von drei bis vier Prozent der Wirtschaftsleistung, anstelle von rund acht Prozent wie derzeit, mittel- bis langfristig stark profitieren werde. Deutschland betreibt auf seine Weise eine protektionistische Politik, die entscheidend zu den riesigen Handelsüberschüssen beiträgt.

So ist es für Unternehmen wenig attraktiv, in Deutschland zu investieren. Das geringe Investitionsvolumen hat letztlich niedrigere Importe, weniger Wachstum und einen höheren Leistungsbilanzüberschuss zur Konsequenz. Die Hindernisse, die Unternehmen vor mehr Investitionen in Deutschland abschreckt, lesen sich fast wie die Mängelliste eines Schwellenlandes. Der Dienstleistungssektor reguliert, die Bürokratie ineffizient, Genehmigungsverfahren zu langwierig, natürlich die fehlenden Fachkräfte, obendrein mangelhafte Verkehrs- und digitale Infrastruktur.

Konservative Revolution kontra Modernisierung

Das deutsche Geschäftsmodell also in der Krise, auch die Digitalisierung tritt die seit Jahren auf der Stelle. Aufgrund seiner Spezialisierung auf forschungsintensive Industrien und wissensintensive Dienstleistungen stellt Deutschland zwar vergleichsweise hohe Anforderungen an das Produktionsumfeld hinsichtlich Humankapital, Ressourcenschonung sowie Mobilität und müsste deswegen deutlich mehr investieren als andere Länder, um ein gesundes Wachstum und damit auch Einkommenssteigerungen langfristig sicherstellen zu können.

Bessere Investitionsbedingungen und ein klügeres Steuer- und Transfersystem in Deutschland würden aber Unternehmen dazu veranlassen, wieder mehr in Deutschland zu investieren. Das würde Innovation, Produktivität und Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft stärken. Schneller steigende Löhne würden einen zusätzlichen Nachfrageimpuls geben, und der Handelsüberschuss könnte sinken, denn mehr inländische Nachfrage zieht mehr Importe nach sich.

Diese bereits seit Jahrzehnten bestehende Tendenz durch die konservativen Kreise, zu verhindern, dass Deutschland sich als ein modernes Einwanderungsland neu definiert, konterkariert die Exportorientierung und leistet auch der Haltung gegen Globalisierung Vorschub, gerade so als könne Deutschland gar ohne Außenhandel auskommen. Wie wichtig der Außenhandel in Wahrheit für Deutschland ist, verdeutlicht die Außenhandelsquote: 2015 lag sie bei 72,2 Prozent, weltweit bei 44,4 Prozent.

Polykrise verstellt Blick in die Zukunft

Die einzige Gewissheit, die bleibt, ist, dass die aufgeworfenen Fragen hochkomplex sind. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker spricht von einer Polykrise. Dazu gehört, dass Prognosen weit auseinander liegen. Wie die Tagesschau berichtete, seien durch die Digitalisierung drei Millionen Jobs bis 2022 zusammen mit der Hälfte aller Berufsbilder bedroht.

Besonders bei Studien, die sich mit der Zukunft der Arbeit befassen, sind Interdependenzen zwischen Löhnen, Qualifikationsanforderungen und beruflichen Entwicklungen schwer zu quantifizieren. Die Unternehmensberater von McKinsey fanden heraus, dass abhängig von Land, Branche und Tätigkeit bis 2030 30 Prozent der heute geleisteten globalen Arbeitsstunden durch Automatisierung ersetzt werden könnten.

Andere Einschätzungen gehen davon aus, dass ein neuer Job in der Hochtechnologie vier Stellen im Dienstleistungsbereich schaffen werde. Man würde sogar dazu übergehen müssen, Arbeitsplätze aus dem Ausland in die Industriestaaten zurückzuverlagern, weil ein “intelligenter Einsatz der Mensch-Roboter-Kooperation” Billiglohnländer unattraktiv machen werde.

“Digitales Geschäftsmodell 4.0” für Deutschland

Welche politischen Konsequenzen muss die neue Bundesregierung daraus ziehen?
Zunächst ist es hinderlich, dass Heimat und Digitalisierung nach aktuellem Stand auf haushaltspolitischer Ebene gegeneinander ausgespielt werden könnten. Denn das Heimatministerium hat die Schaffung vergleichbarer Lebensverhältnisse zum Ziel und das ist mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Doch die Digitale Agenda darf nicht hinter Ambitionen zur Heimatförderung in einem Wettstreit um die Prioritäten zurückstehen.

Nachdem wir die erste Welle verschlafen haben und den USA und Südkorea kampflos das Feld der Hard- und Software, des Einkaufens und der sozialen Netzwerke überlassen haben, geht es jetzt darum, klüger zu handeln, bevor die nächste Welle Deutschlands Wirtschaft aus dem Weltmarkt spült. Alle Politikbereiche sind gefragt, um effektivere Weichenstellungen für die Zukunft stellen zu können und das Geschäftsmodell der Digitalisierungs-Ära neu zu erfinden.

Die Mär vom Beratungsklau

Wie der Einzelhandel die Chancen der Digitalisierung übersieht

Von Martin Spingys

Der Onlinehandel wächst und der Einzelhandel stöhnt. Deutschland steht weltweit zurzeit auf Platz fünf beim Umsatz im Onlinehandel. Einfachere Bezahlsysteme für Mobilgeräte könnten wie schon in China einen weiteren Schub verursachen. 40 Mrd. Euro Umsatz (lt. HDE) sollen in den nächsten Jahren in den Onlinehandel abwandern.  40-50 000 Geschäfte werden dann aus deutschen Städten verschwinden.

Dramatische Zahlen, doch beim Ministerium für Wirtschaft in NRW sieht man die Situation erstaunlich gelassen. Eine der ersten Maßnahmen nach dem Regierungswechsel im letzten Jahr war die Einlösung eines Wahlversprechens, die Umsetzung eines ersten sogenannten Entfesselungspaktes. Er soll die Wirtschaft im Land nach vorne bringen. Insgesamt sind Streichungen, Änderungen und Vereinfachungen an 13 Gesetzen und drei Rechtsverordnungen vorgesehen. Mit dabei: die Modernisierung des Ladenöffnungsgesetzes.

(https://www.wirtschaft.nrw/pressemitteilung/landesregierung-beschliesst-massnahmen-zum-buerokratieabbau)

Dazu Dr. Peter Scholz vom Wirtschaftsministerium NRW:

 

Nicht in allen Branchen nimmt der Onlinehandel gleichermaßen zu, in machen stagniert er sogar schon wieder, z.B. den Consumer Electronics.

Doch dies ist kein Grund zur Entwarnung für den ehemaligen Metro-Manager Frank Rehme. Er nennt sich “Zukunftsmacher” und entwickelt Konzepte für Städte, die der Konkurrenz durch den Onlinehandel etwas entgegensetzen möchten. Sein Urteil: Die Probleme sind zum großen Teil selbst verursacht. Ein verändertes Kundenverhalten werde ignoriert, ebenso könne der Handel seine neue Aufgabe als Freizeitangebot nicht zu den Zeiten, an denen Verbraucher Zeit haben, verwirklichen. Das Internet habe immer geöffnet und die Stores seien weltweit beheimatet. Eine Realität, der man sich möglichst kurzfristig stellen müsse.

Frank Rehme, Gründer der Beratungsagentur „ZukunftdesEinkaufens“, Düsseldorf:

 

Drei Maßnahmen hat die Stadt Langefeld im Rheinland gemeinsam mit Rehme entwickelt und umgesetzt.

Ihre Hauptaufgabe sieht die Stadt darin, sich als moderne Einkaufsmöglichkeit zu positionieren und für die Kunden die Hürden auf dem Weg zum Geschäft zu reduzieren.

Konkret bedeutet dies: Cityfeste und digitale Schaufenster, die über die Waren im Geschäft informieren, ebenso wie Projekte, die den örtlichen Einzelhändler dabei unterstützen, im Internet besser aufgefunden zu werden. Doch der wichtigste Baustein sei das computergesteuerte System “Stadtschlüssel”, so der City-Manager der Stadt Langenfeld, Jan Christoph Zimmermann. Ein Mini-Chip ermöglicht, dass in Läden, Gaststätten oder Dienstleistungsbetrieben auf einem Konto Bonuspunkte gutgeschrieben werden, z.B. um damit gratis zu parken. Sechs Monate nach der Einführung des Stadtschlüssel nehmen schon über 2000 Langenfelder teil.

Jan Christoph Zimmermann, Citymanager der Stadt Langenfeld

 

Andreas Pollok war einer der Ersten, die bei “Future City Langenfeld” mitgewirkt haben. Er betreibt seinen Handarbeitsladen etwas abseits der Hauptgeschäftsstraßen. Für ihn war es schon immer überlebenswichtig, seine Kunden mit kreativen Ideen auf sein Geschäftlokal aufmerksam zu machen. Mit der zunehmenden Konkurrenz durch das Internet hat diese Fähigkeit noch an Bedeutung gewonnen.

 Andreas Pollok, Geschäftsführer + Eigentümer des „Kreativhaus Langenfeld“

 

Das Beispiel von Andreas Pollok zeigt: Der Einzelhandel hat Stärken, die nicht durch den Onlinehandel ersetzt werden können. Die Zukunft des stationären Einzelhandels hängt also entscheidend davon ab, wie gut es ihm gelingt, diese Stärken zu erkennen und auch umzusetzen. Die intelligente Einbeziehung des Internets spielt dabei eine wichtige Rolle. Wo sie mit innovativen Konzepten gelingt, können für die Kunden neue Einkaufsmöglichkeiten entstehen, die weit über die Versorgung mit Waren hinausgehen.

Schule 4.0: eine bildungspolitische Misere

Wenn Mirja Bilges an ihren damaligen Inhalt des Schulranzen denkt, dann kommen ihr Schulbücher, Mappen und Stifte in den Sinn. Dies waren die Materialien für Generationen von Schulkindern. Waren? Schaut Frau Bilges heute in den Schulrucksack Ihres Sohnes Tilman, dann sieht sie dort ein fast 1000 Euro teures Schultablet, den Mirja Bilges Ihrem Sohn für die Schule kaufen musste. Was hatte man Frau Bilges und ihrem Sohn am Vorstellungstag der neuen Schule nicht alles versprochen? Mit dem Tablet wird ihr Sohn von klein auf in der Schule auf die Digitalisierung vorbereitet, sodass im späteren Wettrennen um die guten Arbeitsplätze die digitale Schule die richtigen Weichen stellen kann. Das Tablet sollte das zentrale Medium im Unterricht werden. Bücher, Schulhefte und Stifte sollten nur noch veraltetes Beiwerk sein. Fragt Frau Bilges heute ihren Sohn, was er in der Schule alles mit dem Tablet gelernt bzw. erarbeitet hat, dann sieht sie oft nur ein Achselzucken als Antwort. Einzelfall oder vielmehr das systematische Resultat einer verfehlten Bildungspolitik? Eine Spurensuche.

Die Digitalisierung der Gesellschaft wird von zahlreichen Experten als die Industrialisierung 4. 0 bezeichnet. Radikale gesellschaftliche Umbrüche, die es im 19. Jahrhundert durch die Maschinen und die Fabrikarbeit gegeben hat, wird es auch heute wieder durch die Digitalisierung geben und wir stehen erst ganz am Anfang der digitale Revolution, so der bekannte Philosoph David Precht. War Deutschland im frühen 19. Jahrhundert zwar einerseits das Land der Dichter und Denker (Goethe, Schiller, Kant oder auch Hegel) so war es aber auch andererseits ein Agrar- und kein Industrieland. Damals hing Deutschland den führenden Industrienationen weit hinterher und dies solle sich heute bloß nicht wiederholen, so der einheitliche Tenor aller Parteien. Deutschland sollte im Wettlauf um besten Plätze im digitalen Zeitalter vorne mitmischen. Damit dies gelinge, müssten die Kinder bereits in der Schule mit allen möglichen digitalen Kompetenzen ausgestattet und ausgebildet werden. Ist diesmal Deutschland vorne mit dabei oder wie vor 200 Jahren erst einmal ein Hinterherläufer?

Relevante Studien wie u.a. die aktuelle Bertelsmann-Studie zeichnen ein anderes und irgendwie altbekanntes Bild. Deutschland ist wieder nicht auf den vorderen Plätzen zu finden. Weder im Bereich der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft noch in der Digitalisierung der Schulen. Schaut man sich die bildungspolitischen Debatten über die Parteigrenzen hinweg an, so scheint ein konzeptionsloser Aktionismus vorzuherrschen, um dann doch irgendwie den Anschluss an die vorderen Plätze in der digitalen Revolution zu erhalten. Doch wie konnte es soweit kommen?

Nena Blaume, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der Bildungswissenschaften an der Universität Hannover, arbeitet in einem ganz frischen Projekt zur Digitalisierung und Schule. Warum gerade jetzt ein Forschungsprojekt zur Digitalisierung? Nena Blaume lässt uns ein wenig tiefer in die Karten blicken. „Inklusion war gestern, heute ist es die Digitalisierung“. Sie meint damit jedoch nicht, dass die Forschung über die schulische Inklusion keine neuen Ergebnisse mehr bringen würde und auch nicht dass die Inklusion in der Praxis passend umgesetzt werden würde. Ganz im Gegenteil. Doch die Digitalisierung ist so sehr ein Trendbegriff wie schulpraktisch schlecht umgesetzt. Dies soll durch das Projekt erforscht und Hilfestellungen für die Praxis geschaffen werden. Aber es wird doch nun seit einigen Jahren mit so genannten Tablet-Klassen oder ganzen Tablet-Jahrgängen die Digitalisierung in der Schule praktisch schon umgesetzt, frage ich nach. „Ja, es gibt bereits viele Schulen die ganzen Jahrgänge als Tablet-Jahrgänge bezeichnen. Doch was es nicht gibt, sind unterrichtspraktische Konzepte wie eine digital-kompetenter Unterricht auszusehen hat. Die Lehrkräfte können doch gar nicht in kompetenter Weise einen digitalisierten Unterricht durchführen, da sie niemals dafür ausgebildet worden sind. Weder im Studium, hier fehlt es vor allem an medienpädagogischen Professuren, noch im Vorbereitungsdienst.“

Schaut man in die Ausbildungsverordnungen des lehramtlichen Vorbereitungsdienstes (umgangssprachlich auch Referendariat genannt) findet das Wort „digital“ und Digitalisierung wie auch Internet keine Verwendung in den zu erreichenden Kompetenzen der Referendaren. Doch ist dies ein Einzelfall oder ein systematisches bildungspolitischen Versagen der Regierung. Ein resummierender Blick auf die letzten 15 Jahre zeigt, dass seit dem Pisa-Schock nur aktionistisch reagiert und nicht planvoll agiert worden ist. Dies jedoch stets zu Lasten der Lehrkräfte, so die GEW-Studie zur Arbeitsbelastung der Lehrkräfte.

Kann dies alles stimmen oder zeigt die bisherige Darstellung eine zu einseitige Darstellung der Digitialisierungs-Situation im Schulbereich auf? Die Landesregierung stellt sich zumindest so dar, dass bereits mit dem Koalitionspapier 2013 die Weichen für die Digitalisierung in Schulen gestellt worden ist. In der Folgezeit sind Projekte wie „mobiles lernen-21“ (Tablet Klassen), „Digital Deutsch lernen“ (Förderung des Spracherwerbs für Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund und landesweiten Bildungscloud-Konzept (Internet-Lehr-Lernangebote für Schulen) umgesetzt worden. Doch war es im Jahre 2013 nicht schon ein wenig zu spät, um proaktiv die Digitalisierung mitzugestalten?

Ein Blick in das aktuelle Koalitionspapier der niedersächsischen SPD und CDU gibt uns die Antworten, bestätigt es doch das bildungspolitische Versagen mindestens der letzten beiden Legislaturperioden. Wenn die Digitalisierung auch nur annähernd erfolgreich in den Schulen umgesetzt worden wäre, dann bräuchte es nicht einen „Masterplan Digitalisierung“, in welchem das Lehramtsstudium, der Vorbereitungsdienst, insgesamt die Lehrkräfteaus-, -fort- und -weiterbildung der Digitalisierung angepasst werden. Auch müssten nicht erst heutzutage 1000 neue Stellen für Lehrkräfte geschaffen werden. Waren die Bildungspolitiker im Kulturministerium einfach nur inkompetent oder waren die Einsparungen von tausenden Lehrer-Stellen nicht ein zu großer Anreiz? Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

So packt Tilman jeden Abend seinen Schulrucksack. Jeden Abend wird auch das 1000-Euro-Schultablet eingepackt. Doch wie oft wird es auspackt und kompetenzfördernd benutzt? So wie Tilman geht es heutzutage vielen Schulkindern. Außen hui, außen die Werbebotschaften der digital-kompetenten Schule, innen …

Ein Sprichwort sagt, „Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit“. So in der Art sieht es wohl auch in der Digitalisierung des Unterrichts aus. Die Idee ist gut, doch die Regierung, Schule, der Lehrkräfte, die Ausbildung, die Infrastruktur noch nicht annähernd bereit.

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Hier geht es zum Video mit 5 Fragen an die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Hannover / Bereich Bildungswissenschaften/ Nena Blaume

Torben Noetzel

Modul M1 / Journalismus: Aufgabe: Bearbeiten Sie ein Thema, dass sich mit der Problematik Digitalisierung im weiteren Sinne befasst. / Leben und Arbeit von morgen.

A vector illustration of kids in a computer programming class. Torben Noetzel

 

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