Wenn Gegenstände schlau werden …

Ein kleiner Roboter, der selbstständig und unermüdlich nach Zeitplan durch die Wohnung flitzt und staubsaugt, ein Schlafsensor, der den Schlafrhythmus und die Schlafqualität analysiert oder eine Waage, die sich mit dem Fitnesstracker abstimmt. Heute schon käuflich zu erwerben — die Welt wird smarter! Jeder wünscht sich doch einen Butler oder eine Putzfee, die das Leben erleichtern. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart entwickelte einen Haushaltsroboter, der bei der Altenpflege helfen soll: den Care-O-bot1. Den Helfer gibt es nun schon in der vierten Generation.

Das intelligente Haus

“Die Roboter kommen”, brachte es kürzlich das Magazin „Technology Review“ auf den Punkt. Und diese sind inzwischen keine abstrakte Vision mehr!

Die meisten Haushaltsgegenstände sind heute noch analog, daher wird es seine Zeit brauchen bis sich die “intelligenten” Technologien überall durchsetzen werden2. Längst haben sich Smartphones und Tablets als Fernbedienung für Stereoanlage, Fernseher und Co etabliert. Warum sollten wir nicht auch unsere Haushaltsgeräte damit fernsteuern?3 Das ist Smart Home, wie die Entwicklungen rund um das intelligente Haus sich nennen, heute längst ein geläufiger Begriff.

“Bisher wird der Spaß- und Unterhaltungsaspekt von Smart-Home-Lösungen deutlich von Experten überschätzt”, erläutert Dr. Silvia Bossow-Thies, Leiterin der Studie bei Capgemini Consulting. “Diese Aspekte stehen bei den Verbrauchern eher im Hintergrund.”4.

Die zunehmende Digitalisierung bietet Verbraucher_Innen zahlreiche Leistungen in verschiedenen Bereichen, wie Energieeffizienz, Gebäude- und Gerätesicherheit, ganz abgesehen von Komfort bzw. erhöhter Wohnqualität. Laut einer Umfrage an Smart Home interessierte Verbraucher_Innen verspricht sich die Mehrzahl eine Erleichterung des täglichen Lebens (80% der Befragten) durch intelligente Wohnlösungen, gefolgt von der finanziellen Ersparnis (68%) und erhöhtem Komfort im schlauen Haus (56%).

Verbraucher wie Experten sind sich einig, dass die Energieeffizienz  ein sehr attraktiver Vorteil von Smart-Home-Lösungen ist (bewertet in einer Umfrage weit über 70%). Durch Vernetzung und Fernsteuerung kann beispielsweise die Waschmaschine den Waschgang so terminieren, dass zum günstigsten Strompreis gewaschen wird.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium ist mit an Bord durch die Förderung des Innovationszentrums Connected Living5. In diesem Partnernetzwerk werden branchenübergreifend Technologien der Smart-Connect-Plattform erprobt sowie Ideen und Geschäftsmodelle rund um das vernetzte Zuhause konzipiert.6

Die Debatten um Umweltschutz und Atomenergie machen viele Verbraucher empfänglich für Möglichkeiten des umweltschonenden Energieverbrauchs. „Die Menschen leben heute in einem immer mobileren und flexibleren Alltag… Smart-Home-Lösungen sollen den Alltag erleichtern und den ökologischen wie ökonomischen Ansprüchen der Verbraucher gerecht werden”, so Holger Knöpke7 von der Telekom.

Immer mehr Technik im Haushalt kann über das Internet gesteuert werden. Viele halten das aber für riskant.8  Schwachstelle ist häufig eine unverschlüsselte WLAN-Verbindung. Es gibt Bedenken wie: “Möchte ich wirklich, dass auf fast jedes Gerät von außen per Internet zugegriffen werden kann? Oder gleich das gesamte Haus gehackt und damit meiner Kontrolle entzogen werden kann?”9 Oder: “Man könnte die Badewanne überlaufen lassen während ich länger weg bin!”10

Viele Verbraucher_Innen sehen natürlich in Smart Connect (der intelligenten Vernetzung von Dingen) auch einige Vorteile: “Beim nächsten Mal, wenn mir einfällt, dass ich die Kochplatte angelassen habe, brauche ich nicht panisch nach Hause zu fahren, sondern kann entspannt zu meinem Smartphone greifen.”11

Wenn Geräte sich unterhalten — Bequemlichkeit vor Sicherheit?

„Das macht Dein Leben entspannter“ verspricht der Werbeslogan eines Alarm-Systems für das vernetzte Haus. Immer mehr Technik im Haushalt kann über das Internet gesteuert werden. Viele halten das aber für riskant. Schwachstelle ist häufig eine unverschlüsselte WLAN-Verbindung12. Es gibt Bedenken wie: “Möchte ich wirklich, dass auf fast jedes Gerät von außen per Internet zugegriffen werden kann? Oder gleich das gesamte Haus gehackt und damit meiner Kontrolle entzogen werden kann?” Oder: “Man könnte die Badewanne überlaufen lassen während ich länger weg bin!”

Viele Verbraucher_Innen sehen natürlich in Smart Connect (der intelligenten Vernetzung von Dingen) einige Vorteile, kann man in der Kommentarleiste des Telekom Verbraucher Blogs lesen: “Beim nächsten Mal, wenn mir einfällt, dass ich die Kochplatte angelassen habe, brauche ich nicht panisch nach Hause zu fahren, sondern kann entspannt zu meinem Smartphone greifen”, schreibt Luisa Vollmar13. Die Verbraucherzentrale weist daraufhin, dass es einiges zu bedenken gibt im vernetzten Zuhause. „Wo Daten anfallen, wecken sie Begehrlichkeiten… Was, wenn das smarte Türschloss fehlerhaft war und sich unbefugt öffnen ließ?“14 Neue technische Herausforderungen, wie etwa hackende Diebe, können ein neues Problem werden.15

Fallen lauern auch hier: Connected Health war 2015 eines der Top-Themen der Cebit. Besser schlafen, besser essen, besser leben — das alles soll es bringen, wenn über das Internet Geräte mit Geräten, Geräte mit Anwendungen und die Anwendungen schließlich mit Menschen kommunizieren. Per Vernetzung und Datenanalyse liefern die smarten Geräte Antworten auf Fragen wie: “Bewege ich mich genug? Esse ich gesund?” Wer will das denn noch wissen, frage ich mich. Ein Fitnesstracker, der meine Bewegung misst und eine Waage oder ein Blutdruckmessgerät, das direkt mit dem Handy korrespondiert. All das ist schon da. Es ist nur eine Frage der Zeit wann die Daten bei den Versicherungen ankommen, wenn Sie da nicht schon sind!

Mehr zu genialen Gegenständen, die unser Leben einfacher machen können, hören Sie im Vortrag “Reminder Objects — Wenn dein Fußabtreter weiß, dass es regnet” auf der TCCM am Samstag, den 20.02.2016, ab 9:30 Uhr.

Reminder Objects – Wenn dein Fußabtreter weiß, dass es regnet

 

Über Manuela Menzenbach

Manuela ist Mediendesignerin und kommt aus dem Bereich Druck- und Verlagswesen. Nach dieser klassischen Grundlage vertiefte Sie Ihr Wissen durch eine Weiterbildung als Webdeveloperin ins digitale Zeitalter. Derzeit arbeitet sie in der Weiterbildung im Bereich E-Learning-Solutions.
Seit diesem Semester ist Sie berufsbegleitend Studentin in der noch jungen Fachrichtung Crossmedia an der HS Magdeburg-Stendal.

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